Max und Moritz in Meiningen

Ganz im Zeichen von Wilhelm Busch stand das diesjährige Bibliotheksfest der Meininger Kleinkunstbühne Rautenkranz.

Bei angenehmen Flair erwartete die Besucher ein spannender Abend, der auch einmal die anderen Seiten im Leben des genialen Dichters beleuchten sollte.

Das Motto des Abends lautete „Eine Hommage an Wilhelm Busch“ und die wurde es auch vortrefflich.

Den Auftakt bildete die Bamberger Literaturwissenschaftlerin Gudrun Schury mit einer Lesung aus ihrem Buch „Ich wollt, ich wär ein Eskimo. Das Leben des Wilhelm Busch-Biografie“

Die Autorin zeichnet in ihrem Buch mit Witz die zahlreichen Facetten im Leben Wilhelm Buschs nach. Busch´s Spleen in seinen Skizzen und Bildern versteckt oder auch mal offensichtlich eine rote Jacke einzubauen oder auch seine Leidenschaft die Akteure in seinen Werken teils auf die grausamste Art um die Ecke zu bringen oder ihnen wenigstens Schaden zuzufügen vergnügte das Publikum sichtlich.

Eine anschließende Buchsignierung rundete den ersten Teil des Abends ab.

Der eigentliche Höhepunkt ließ nicht lange auf sich warten. 5 inzwischen gut bekannte Gesichter betraten die Bühne und eröffneten den musikalischen Teil.

Zweifach sind die Phantasien. Wilhelm Busch – neu vertont, was für ein Genuss. Der Titel, welcher dem Programm seinen Namen gab, wurde wieder einmal auf die einfühlsamste Art von Reinhardt Repke und Norbert Leisegang interpretiert.

Aber auch die Streiche von“ Max und Moritz“ , „Die fromme Helene“ und natürlich „Der Virtuos“, exzellent musikalisch untermalt von Jörg Mischke, begeisterten die Zuhörer.

Eine kurze Verschnaufpause für die Künstler auf der Bühne, welche sich diese durch die enorme Hitze im Haus redlich verdient hatten, gab dem Publikum die Möglichkeit an der kleinen Bar sich ebenfalls durch diverse Kaltgetränke ein wenig abzukühlen.

Auch riskierte der ein oder andere schon mal einen kurzen Blick auf die Auslage des Bandmanagers, wo die verschiedenen Veröffentlichungen in Form von CD´s, T-Shirts und natürlich der brandneuen DVD zum Verkauf bereit lagen. Schnellentschlossene griffen auch schon zu, aber es gab ja noch die Chance nach Ende des Konzert´s so richtig in den Geldbeutel zu langen.

Die Pause gab auch erneut wieder die Möglichkeit sehr nette Menschen kennen zu lernen und sich über unsere gemeinsame „Macke“ dem Hinterherreisen unserer Lieblingsbands auszutauschen. Ein lieber Gruß nach Berlin. Und Schwarzbier trinken sie auch noch, wohl auch so ne “Macke”, äh Gemeinsamkeit. :-)

Im zweiten Teil tauchten wir weiter ein in die Welt von Wilhelm Busch, getragen auf den Noten von Reinhardt Repke. Welch enorme Leistung er hier vollbracht hat, diese alten „Schinken“ in die Zeit von heute zu schubsen, wird mir mit jedem Stück, was erklingt mehr bewusst. Diese wunderbare Umsetzung von Melodien und Gesang bringt auch gerade den Kids, die mit Wilhelm Busch heute sicher nicht mehr so viel anfangen können, die großen Werke des alten Meisters näher. Eine Empfehlung an alle Eltern, nehmt eure Jüngsten doch mal mit, es lohnt sich.

Das Programm zog sich wie ein Faden weiter bis spät in die Nacht und hinterließ nach einigen Zugaben ein sichtbar glückliches Publikum.

Viele zogen es vor sich schnell aus dem völlig überhitzten Raum ins Freie zu retten, die wahren Fans aber belagerten nun den Verkaufsstand. Da wurde das T-Shirt mit dem Abbild von Max und Moritz genau beäugt und auch das Cover von mancher CD ging auf und wieder zu.

Und dann lag ja da die fast noch warme brandneue DVD-Live aus dem Berliner Babylon. Einige Neugierige hatten sie ja schon in der Pause befühlt. Nun gingen die ersten Exemplare über den „Ladentisch“. Ein kleiner Tipp, wer diese DVD noch nicht hat, unbedingt kaufen. Ich war von der Qualität, was die äußere Aufmachung angeht, und natürlich vom Inhalt, mit wunderschönen Videoaufnahmen und exzellenter Tonqualität, förmlich überwältigt.

Viele Gäste des Abends nutzen auch gleich die Gelegenheit die frisch erstandene DVD von den Musikern signieren zu lassen.

Ein schönes Andenken an einen unvergesslichen Abend mit Mensch gebliebenen Musikern.

Danke.

Bericht und Fotos: René

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