Zum Licht

Da ist sie wieder, die Zeit der Sehnsucht, der Suche nach jenem weihnachtswarmen Licht – ach, wenn sie doch nur nicht so flüchtig wäre, zeitlich festgelegt und so vergänglich. Wie es auch beispielsweise in einem Lied nach Schenkendorf heißt, nahe die „sel´ge Weihnachtszeit der Freiheit und der Liebe“. Immerhin. Doch LEUCHTEN SOLL SIE ANSTATT ZU STERBEN – immer!

Und weil KEIMZEIT ins Kesselhaus einlud, was mir zusätzlich wieder einmal eine schöne Zeit bei Birgit bescherte, beschlossen wir: Weihnachten war jetzt.
Gemeinsam mit Birgits Tochter Cynthia – wir erinnern uns gern an ihre hinreißende Interpretation des SCHWEINs zu Beginn des Jahres – bummelten wir durch das winterweiße Berlin und über den kleinen Weihnachtsmarkt an der Kulturbrauerei, der ausnahmsweise ganz angenehm war. Schließlich entflohen wir dem frischen, weißen, unaufhörlich rieselnden Schnee ins alte Gemäuer, vor allem in die wärmende Erwartung eines Abends mit der belebenden, beflügelnden Musik unserer Lieblings-Combo. Ja, das ist eine seltsame Sache mit dieser immer währenden Freude, Vorfreude, auf die Musik, die Musiker, liebgewordene Menschen drumherum, die nicht nachlässt, eher wächst, trägt, es wird wohl ein Virus sein, ein sehr hartnäckiger, stellten wir anderntags auf dem Weg nach Jena fest.
Die letzten Konzerte in 2010…

Berlin. Die Bühne ist hier so hoch, dass es der Halswirbel wegen ein zweifelhaftes Glück sein könnte, in der ersten Reihe zu stehen. Doch die Musiker schickten mit freundlichen, charmanten, verschmitzten… Blicken ihre Lieder zum Publikum herunter und es war wie jedes Mal, wenn auch vielleicht etwas weniger ausgelassen als anderswo, aber mit der vertrauten, tiefen, den grauen Alltag vergessen machenden Wirkung, sodass es tatsächlich ein Glück war.

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Und es ist erstaunlich, wie schnell die neuen Stücke, die mit rhythmisch sehr eingängig gefassten Beobachtungen die Zuhörer bewegen und eine kleine Traurigkeit aber auch Schmunzeln und leisen Widerspruch hinterlassen, sich schon im Innenohr festgesetzt hatten und so gern nochmal gehört werden wollen. Gern dann auch auf der neuen CD… Ob man da möglicherweise als Bonus mal Andreas singen lässt?

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Ach, es ist so wohltuend, wie er immer wieder sich und uns, die „Entzückten“ in Musik versenkt, verfängt. Wie es auch Sebastians Flügelhorn (danke für die Nachhilfe), mit diesem wunderbar warmen, weichen Klang tut.

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Während Hartmut am Bass den Akkorden die Grundtöne gibt und Roland ganz hinten, aber dennoch nicht unbeobachtet, schon gar nicht unbemerkt (darf man erwähnen, dass die Sticks auch mal ein bisschen ein Eigenleben führen wollen?), mal nachdrücklich, mal flüsternd, taktvoll, die Stimmung der Lieder unterstreicht.

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Im faszinierenden Dialog zwischen Gitarre – mit der „Django“ Rudi uns ab und zu auch in ganz andere Sphären gleiten lässt –

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und Roberts beseelten Saxophon vergaß ich selbst das TRAURIGE KIND, aus dem heraus beide uns mitnahmen in und auf Wellen von Musik, deren Weite zu erahnen, zu spüren: Musik ist Leben.

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Wie ich so von einem zum andern schaute, wurde es spät, Zugaben, die Band spielte Wilcos JESUS, Norbert sang in die Herzen „…each one is a burning sun…“. So ist es.

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So ist warmes Licht. So verbreitet es sich. Dazu all das Schöne, das so während des Konzerts, davor und danach geschieht, freundliche Gesten, heitere und anregende Gespräche, kleine besondere Augenblicke…

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Danke.

PS: All das Bildmaterial, das Ulle Sende sammelte, wird doch hoffentlich nicht in privaten Archiven verschwinden?!

Bericht: Angela

Fotos: Birgit

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